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Wiesbaden

„Hussa“: DJV-Ehrenmitglied Hans Hartmann ist 80

02.06.2007
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Sonja Lehnert
Sonja Lehnert

DJV-Ehrenmitglied Hans Hartmann ist 80

Hans Hartmann (80) und seine Eherfrau Waltraud (75) im Wiesbadener Weinkeller unterm Alten Rathaus.

Journalist Hans Hartmann wird 80. Seine Karriere führte ihn durch Gerichtssäle und Weinkneipen. Er bleibt seiner Schreibmaschine und dem Beruf treu.

„Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen.“ Hans Hartmann sagt‘s und schmunzelt. Sein Lieblings-Goethe-Zitat begleitet ihn schon seit dem Abitur. Am 27. Mai wurde er 80 Jahre alt. Und arbeitet immer noch in seinem Lieblingsjob: als Journalist.

„Ich schreibe seit 1946“, betont Hartmann nicht ohne Stolz. Seinen Sohn Peter hat er auch mit der Journalisterei infiziert – Hessen-Chef bei Hit-Radio FFH ist „der Große“ heute. Papa Hartmann ist seiner Schreibmaschine treu geblieben. (Die steht noch heute auf seinem Schreibtisch). Auf ihr hat er über Weinproben und Fastnacht geschrieben, große Versteigerungen und Ärger bei Gericht. Allein 35 Jahre lang für den Wiesbadener Kurier. „Ich habe erst zwei Jahre Polizei gemacht, dann war ich 33 Jahre am Gericht – da erlebt man allerhand. Politische Prozesse, Mord und Totschlag, auch kleine Geschichten.“

Den Fall des kleinen Timo Rinnelt hat er aufgeschrieben. Die Entführung und Ermordung des Jungen erschütterte 1964 ganz Deutschland. Immer neue Erpresserbriefe kamen bei den Eltern an. Dabei hatte man ihren kleinen Sohn schon am Entführungstag ermordet. Der Täter, ein junger Nachbar (27) wurde 1968 zu Lebenslänglich verurteilt.

Hans Hartmann war im Gerichtssaal dabei. „Es gab auch skurrile Fälle. Wie den ,Spargel-Mord‘. Der eigentlich ja gar keiner war. Da ist ein Mann wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt worden, weil seine Frau beim Essen am Spargel erstickte. Das Gericht meinte, er hätte ahnen müssen, dass sie ersticken könnte.“ Hartmann schaut sich um. Zeitungsstapel überall. Vieles was man schon immer mal einkleben wollte. „Tausende Artikel kommen da in 33 Jahren zusammen“, sagt der Journalist.

Zum Beispiel von 1947: „Da habe ich für die Agentur Gericht gemacht“. In der Erinnerung sitzt er wieder in Fulda im Zuschauerraum: „Damals hat eine Bande Waffen gesammelt, Bauernhöfe überfallen und Leute erschossen. Die wurden damals noch zum Tode verurteilt – aber das Urteil wurde dann gleich in Lebenslang umgeändert.“

Die besten Geschichten bekam Hans Hartmann aber in der kleinen Weinkneipe um die Ecke mit. „Wir mussten früher einfach in Lokale gehen, um Leute kennen zu lernen. Das war wichtig. Da wurde Landespolitik gemacht. Heute sitzen die Leute nur vor dem Computer.“ Auch heute noch treibt Hans Hartmann mit alten Bekannten bei einem Glas Wein ab und zu tolle Geschichten auf. „Hussa“, sein Schlachtruf, ertönt, wenn er den Raum betritt. Ehefrau Waltraud (75) ist manchmal auch dabei.

Und was wünscht sich der Jubilar für die nächsten 80 Jahre? „Gesund bleiben! Und schreiben können – das bewahrt vor Alzheimer. Wenn mir eine Glosse einfällt. Zum Frühstück eine Leiche muss nicht sein. Aber Fastnacht, eine schöne Weinprobe, das sage ich nie nee.“


Zur Person: Hans Hartmann ist am 27. Mai 1927 in Fulda geboren. Er begann seine Journalistische Laufbahn bei der Nachrichtenagentur DANA, wechselte dann zur Fuldaer Volkszeitung, zur Frankfurter Rundschau und schließlich zum Wiesbdadener Kurier, wo er 35 Jahre lang tätig war. Beim Hessischen Journalistenverband gehört Hans Hartmann zu den "Urgestein". Er war viele Jahre lang Ortverbands-Vorsitzender in Wiesbaden und gehört bis heute als Ehrenmitglied dem erweiterten Vorstand des DJV Hessen an. Sohn Michael lebt als Arzt mit Partnerin und drei Söhnen in Norddeutschland, Sohn Peter ist Hessenchef bei Radio FFH.

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